Cocktail-Crashkurs: So bereitest du den perfekten Caipirinha zu

Wer kennt ihn nicht, jede Bar hat ihn auf ihrer Karte, den guten alten und perfekten Caipirinha. Ein Sommerdrink schlechthin.

Logisch, dass die Zutaten dieses Klassikers in jede Hausbar gehören. Die Zutaten alleine reichen aber nicht aus. Auch die Zubereitung muss stimmen.

Wir zeigen dir hier in unserer „Cocktail-Crashkurs Rubrik“ was du für den perfekten Caipirinha benötigst, wie er richtig zubereitet wird und natürlich gibt es wie immer jede Menge Infos rund um den Cocktail. So kannst du vor deinen Kumpels beim „Cocktail Shaken“  mit ganz viel Fachwissen punkten.

So bereitest du den perfekten Caipirinha zu

Caipirinhas gehören zu den Sour-Cocktails. Diese bestehen aus einer Basis-Spirituose, Zucker und Zitronen- bzw. Limettensaft. Wer ein Sour Cocktail zubereitet und Erfahrung hat weiß sofort, dass das wichtigste bei der Zubereitung die Harmonie zwischen Süße und Säure ist.

Bevor wir nun aber zu sehr ins Detail gehen, hier die Dinge die du für die Zubereitung eines perfekten Caipirinha benötigst.

Hardware:

Caipirinha-Gläser
Schneidebrett
Messer
Strohhalm
Caipirinha-Stößel

Zutaten:

6 cl Cachaca
3 Tl weißer raffinierter Zucker
1 Limette
Crushed Ice

Zubereitung eines perfekten Caipirinha:

Würfle die Limette zunächst in 8 Stücke und gib sie in das Caipirinha-Glas. Nun kommen die 3 Teelöffel Zucker oben drüber.
Mit dem Caipirinha-Stößel zerdrückst du nun die Limetten so dass der Saft entweicht. Achte darauf, dass du mit dem Stößel das Fruchtfleisch triffst und nicht zu sehr auf der Schale herumdrückst, ansonsten könnten Bitterstoffe freigesetzt werden.

Nun füllst du das Glas randvoll mit Crushed Ice. Im Anschluss wird ebenfalls bis kurz unter den Glasrand mit Cachaca aufgefüllt.

Mit einem Strohhalm rührst du das Ganze noch einmal um.

Fertig ist der perfekte Caipirinha.

So bereitest du den perfekten Caipirinha zu

Hier ist das Rezept als Info-Grafik zum downloaden, abheften oder einrahmen.

Die Chemie eines perfekten Caipirinha

Ein Caipirinha besteht lediglich aus Limettenstücke, Zucker und Cachaca, die Zubereitung erscheint daher ziemlich einfach zu sein. Aber die richtige Verwendung der einzelnen Zutaten können auch ihre Tücken haben.

Die Limette

Der Caipirinha ist einer von ganz wenigen Cocktails bei dem du den Saft einer Limette samt Fruchtfleisch und Schale benötigst. Das bringt jede Menge Aromen in den Cocktail, hat aber auch ein paar Nachteile die du beachten musst.

  1. Die Schale und der weiße Rand unter der Schale können Bitterstoffe in den Cocktail abgeben.
  2. Du arbeitest mit dem einem Naturprodukt. Du weißt daher bevor du die Limette nicht aufgeschnitten hast, wie sauer und wie saftig diese ist. Es ist daher schwer den Säuregehalt und die Menge an Saft zu bestimmen.

So räumst du die Nachteile aus dem Weg.

  1. Beim Auspressen bzw. beim Zerdrücken der Limettenstücke musst du darauf achten, dass du das Fruchtfleisch und nicht die Schale zerdrückst. So kommen keine Bitterstoffe in den Cocktail
  2. Nachdem die Limette ausgedrückt ist, kannst du das Verhältnis von Zucker und Limettensaft probieren, bevor du das Glas mit Cachaca und Eis füllst. Achte beim Nachjustieren aber darauf, dass du nicht ständig weiteren Zucker und Limetten nachfüllst. Der Cachaca darf geschmacklich nicht untergehen.

Der Zucker

Das Original Rezept beschreibt die Verwendung von weißem, raffiniertem Zucker. Das ist quasi der typische, schneeweiße Haushaltzucker wie man ihn kennt. Raffinierter Zucker besitzt den höchsten Reinheitsgrad und verleiht dem Caipirinha im Wesentlichen einfach die benötigte Süße.

Es gibt jedoch auch einige Abwandlungen des originalen Caipirinha-Rezepts, bei denen mit anderen Zuckersorten gearbeitet wird. Denn durch die Verwendung von unterschiedlichen Zuckersorten, kann der Geschmack eines Caipirinha deutlich verändert werden.

Bei den Standardzuckersorten „weißer Zucker“ und „brauner Zucker“ besteht der Unterschied darin, das der weiße Zucker raffiniert ist. Das bedeutet er ist gereinigt und hat einen sehr hohen Reinheitsgrad. Brauner Zucker ist nicht gereinigt und enthält Rückstände von Melasse, weshalb der Zucker seine braune Farbe besitzt.

Neben den Standardzuckersorten gibt es auch noch besondere Zuckersorten wie der

  • Demerara-Zucker
  • Muscovado-Zucker
  • Palmzucker

Demerara-Zucker und Muscovado-Zucker werden beide aus Rohrzucker oder Zuckerrüben hergestellt. Sie unterscheiden sich jedoch in einem unterschiedlich hohen Melasseanteil. Palmzucker ist wie der Name schon sagt aus dem Saft der Palmen oder der Kokosblüte hergestellt.

Weiter Hinweise und auch Beschreibungen der Aromen im Zucker kannst du aus unserer Infografik entnehmen.

Zucker beeinflusst den perfekten Caipirinha

Mit diesen vorgestellten Zuckersorten kannst du deinem Caipirinha neue Geschmacksrichtungen verleihen. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Die Geschichte des Caipirinha

Wer an Caipirinha denkt, denkt unweigerlich an Sommer, Party und coole Drinks. Vor rund 150 Jahren wurde der Caipirinha zum ersten Mal gemixt. Dabei ging es aber ganz und gar nicht darum Menschen zu erheitern und in Feierstimmung zu bringen. Wie so oft bei Alkohol oder den heute uns bekannten Drinks und Cocktails, war das Ziel Krankheiten zu bekämpfen.

Wörtlich übersetzt bedeutet Caipirinha „kleines Hinterwäldler Mädchen“. Warum der heute so beliebte Cocktail diesen Namen bekam, ist bis heute leider nicht bekannt.

1856 findet man in Aufzeichnungen von Paraty einer kleinen Küstenstadt östlich von San Paulo das Ur-Rezept des Caipirinha. Daraus konnte man entnehmen, dass eine schlimme Magen-Darm-Krankheit die Bewohner der Stadt quälte und auch Todesopfer forderte. Es wurde daher ein Verbot erlassen, Flusswasser zu trinken. Doch die Menschen benötigten auf Grund von Cholera und der Magen-Darm-Epidemie dringen Flüssigkeit und Nährstoffe.
Und so mixte ein findiger Apotheker den ersten Cocktail mit dem damaligen Zuckerrohrschnaps – heute bekannt als Cachaca -, Zucker und Limetten.

Durch den Alkoholgehalt des Zuckerrohrschnaps war dieser antibakterielle und konnte nicht mit Keimen verseucht werden. Der Zucker verdeckte die Schärfe des Alkohol, so dass auch Kinder die „Medizin“ trinken konnten und gab dem Körper wieder Energie. Und die Limetten und deren Saft lieferten wichtiges Vitamin C.

Mit dem heute so geliebten Cocktail gelang es dem Küstenstädtchen den Krankheiten wieder Herr zu werden.

Die besten Cachaca für deinen perfekten Caipirinha

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