Der Whisky-Führer – Überblick, Tipps & Empfehlungen

Whisky ist traditionell ein Männergetränk. Entsprechend gibt es – gefühlt – unzählige Whisky-Sorten. Unser Ratgeber hilft bei  der Entscheidung für die nach eigenem Geschmack perfekte Whiskey-Sorte.

Schottischer Whisky

Neben Irland und den USA ist Schottland sicherlich das bekannteste Land, in dem Whisky hergestellt wird. Trotzdem existieren von den ehemals mehreren Hundert verschiedenen Destillerien zur Zeit nur noch etwa 80 Stück. Diese produzieren den weltberühmten Scotch Whisky, dessen Namen ausschließlich ein Destillat tragen darf, das in Schottland gebrannt wurde. Es ist außerdem vorgeschrieben, dass schottischer Whisky mindestens 40 Volumenprozent Alkoholanteil aufweisen muss.

Doch damit sind die Regularien bei der Whiskyproduktion in Schottland noch nicht ausgeschöpft. Das Gesetz schreibt zudem vor, das Scotch Whisky mindestens drei Jahre lang in Eichenholzfässern am Standort Schottland gelagert werden muss, bevor er in den Handel gelangen bedarf. Um die diesbezügliche Überwachung zu ermöglichen, versehen die Behörden jedes einzelne Fass mit einem Zollverschluss.

Hinsichtlich der Ausgangsstoffe, aus denen die schottischen Whiskysorten hergestellt werden, unterscheidet man grundsätzlich zwischen den so genannten „Blends“ und den „Single Malts“. Bei den Blends handelt es sich um Mischungen, die aus Malt- und Grain- (Malz und Korn) Whiskysorten hergestellt werden. Diese Sorten sind meist etwas billiger als die edleren Single Malts, welche ausschließlich aus Malz hergestellt werden. Üblich ist dabei, dass der Malz vor der Verarbeitung noch getorft wird. Konkret bedeutet das, den Malz über einem offenen Feuer unter Verwendung von Torf zu räuchern.

Eine Besonderheit beim schottischen Whisky ist, dass dieser fast immer in bereits gebrauchten Eichenfässern gelagert wird. Meist werden dafür Fässer verwendet, in denen vorher Sherry, Rum oder auch Portwein gelagert wurde. Dadurch erhält der Whisky ein ganz besonderes Aroma, das bei der Lagerung in neuen Fässern nicht erreicht werden könnte. Allerdings kristallisierte sich diese Erkenntnis erst mit der Zeit heraus, früher wurden die gebrauchten Fässer schlichtweg aus Kostengründen verwendet.

Die schottischen Whiskys werden jedoch nicht nur nach ihren Zutaten bei der Herstellung unterschieden, sondern insbesondere auch durch die Regionen, in denen sie gebrannt werden.  Sehr markant sind dabei die Whiskys aus den Highlands – den höher gelegenen Weidelandschaften Schottlands. Kenner bezeugen diesen Sorten einen wesentlich kräftigeren Geschmack, als beispielsweise bei den Scotch Whiskys aus den Lowlands, das heißt, den tiefer gelegenen Landschaften. Weiterhin gibt es noch die so genannten „Speyside Whiskys“. Sie stammen zwar ebenfalls aus einer Region in den Highlands, sind allerdings noch einmal gesondert zu sehen, da hier die Wiege der schottischen Whiskys liegt und die mehr als fünfzig Destillerien in dieser Region Whisky produzieren, der wiederum etwas anders schmeckt als der übliche Highland-Whisky.

Zusätzlich zu erwähnen sind darüber hinaus die „Insel-Whiskys“, welche von Kennern als besonders kräftig und aromatisch schmeckend hervorgehoben werden, und die aufgrund der Seeluft immer einen etwas salzigen Beigeschmack aufweisen. Sie sind bei einem kleinen Kreis von Whiskyliebhabern besonders begehrt.

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Irischer Whiskey

Zu den weltweit am meisten bekannten und unter Kennern geschätzten Whiskys gehören die Irish Whiskeys. Man beachte, dass das Wort „Whiskey“ hier mit „e“ geschrieben wird, während es sonst (außer in den USA) fast immer ohne diesen Buchstaben geschrieben wird. Obwohl es immer noch fast Hundert verschiedene Sorten beziehungsweise Marken von irischem Whiskey gibt, werden diese heute an lediglich drei Standorten in Irland hergestellt. Marktführer und mit Abstand bedeutendster Hersteller ist dabei die „Irish Distillers Group“. Für Touristen und Liebhaber gibt es darüber hinaus noch einige kleine Schaudestillerien, wo man hautnah die Herstellung eines irischen Whiskeys mitverfolgen kann.

Analog zu den schottischen Whiskys teilt sich das Angebot von Whiskeys in Irland ebenfalls in Blends und Single Malts auf. Dabei sind die Blends grundsätzlich in der Überzahl, jedoch finden die Single Malts zunehmend mehr Liebhaber und werden daher verstärkt hergestellt. Der Herstellungsprozess läuft allerdings bei irischen Whiskeys etwas anders als in Schottland ab. Sowohl das Blenden unterscheidet sich dabei vom der schottischen Produktionsweise, als auch beispielsweise die Veredelung des Malzes. So wird das Malz bei irischem Whiskey in der Regel nicht über offenem Feuer getorft, so dass der Geschmack beim fertigen Produkt wesentlich milder ausfällt. Dazu trägt auch bei, dass irischer Whiskey generell dreimal destilliert wird, während dies beim schottischen Whisky nur zweimal geschieht.

Generell wird in Irland nicht so stark zwischen den verschiedenen Regionen unterschieden, in denen der Whisky hergestellt wird. Dies liegt sicherlich auch daran, dass in Schottland die landschaftlichen Unterschiede – z. B. zwischen Highlands und Lowlands – wesentlich extremer sind.

Die älteste Destillerie in Irland ist die Kilbeggan Destillery. Sie wurde bereits im Jahre 1757 gegründet, war zwischenzeitlich jedoch jahrelang stillgelegt. Im Jahr 2007 nahm sie jedoch den Betrieb wieder auf und stellt seitdem wieder Whiskey her.

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Amerikanischer Whiskey

Im Gegensatz zu den schottischen und irischen Whisk(e)ys wird amerikanischer Whiskey aus verschiedenen Zutaten hergestellt. Es können sowohl einzelne Getreidesorten wie zum Beispiel Roggen, Gerste, Weizen oder Mais verwendet werden, als auch eine Mischung aus diesen Grundstoffen.

Grundsätzlich unterscheiden die Amerikaner zwischen Bourbon, Tennessee, Rye und Corn Whiskey, der Oberbegriff für alle amerikanischen Sorten lautet jedoch „American Whiskey“. Am bekanntesten unter den amerikanischen Whiskeysorten ist sicherlich mittlerweile der Bourbon, der seinen Namen nach einer Region in Kentucky bekam.

Laut amerikanischem Gesetz muss Bourbon aus mindestens 51 Prozent Mais hergestellt werden. Zudem wird vorgeschrieben, dass der Whiskey in neuen Eichenholzfässern für mindestens zwei Jahre gelagert werden muss. Aufgrund dieser Lagerung in den neuen Holzfässern erhält der Bourbon einen Großteil seines individuellen, holzigen Geschmacks.

Der so genannte „Tennessee Whiskey“ ist heute nach dem Bourbon die am meisten verbreitete Whiskeysorte in den USA. Er wird überwiegend aus Mais hergestellt, hinzu kommt ein Anteil anderer Getreidesorten von etwa 20 Prozent, der aus Roggen, Weizen oder Gerste bestehen kann. Sein Geschmack wird durchweg als besonders mild beschrieben, was unter anderem an der besonderen Filterung über Holzkohle liegt.

Der amerikanische Whiskey aus Roggen, genannt Rye, muss in seiner Maische laut Gesetz mindestens 51 Prozent Roggen enthalten. Er galt früher als die am meisten verbreitete Whiskeysorte in ganz Amerika, wurde jedoch später insbesondere von den Sorten Bourbon und Tennessee deutlich überholt. Heute stellt er lediglich eine Randerscheinung auf dem Whiskeymarkt dar und wird nur noch in geringen Mengen produziert.

Bleibt noch der Corn Whiskey. Er wird – wie der Name schon andeutet – ausschließlich aus Mais hergestellt. Der Maisanteil muss dabei in der Maische mindestens 80 Prozent betragen. Weiterhin ist vorgeschrieben, dass der Corn Whiskey mindestens zwei Jahre in Eichenholzfässern gelagert werden muss. Allerdings ist hierbei nicht – wie beispielsweise beim Bourbon – vorgegeben, dass der Whiskey in neuen Fässern gelagert werden muss. So wird Corn Whiskey oft in gebrauchten Fässern gelagert, was ihm seinen kräftigen und unverwechselbaren Geschmack gibt.

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Kanadischer Whisky

Die Whiskyproduktion in Kanada ist – im Gegensatz zu vielen anderen traditionellen Whiskyländern – noch relativ jung. Zudem stehen viele Experten und Whiskyliebhaber dem kanadischen Whisky etwas kritisch gegenüber, da die gesetzlichen Reglementierungen hier wesentlich geringer ausfallen, als beispielsweise in den USA oder auch in Irland und Schottland.

Als Grundlage für den kanadischen Whisky dient größtenteils Roggen. Dies ist jedoch gesetzlich keineswegs vorgeschrieben, so dass auch andere Getreidesorten und Zutaten vielfach verwendet werden. Mischungen aus verschiedenen Bestandteilen sind ebenfalls erlaubt und werden oft verwendet.

Dies ist auch ein Grund, warum es fast alle kanadischen Whiskys ausschließlich als Blends auf dem Markt gibt. Gesetzlich erlaubt sind so sogar Zusätze von Fruchtsäften, Wein oder auch Sherry. Allerdings dürfen diese Zusätze einen gewissen prozentualen Anteil nicht überschreiten.

So kritische manche den kanadischen Whiskys auch gegenüberstehen: insbesondere für Cocktails gilt er als erste Wahl. Dies resultiert daraus, dass der kanadische Whisky aufgrund seiner Ausgewogenheit durch die verschiedenen Zutaten und Grundlagen besser mit anderen Cocktailzutaten harmoniert, als beispielsweise ein Single Malt.

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Deutscher Whisky

In Deutschland steckt die Whiskyproduktion bisher noch in den Kinderschuhen. Es gab bisher kaum eigene Sorten, die meisten hier hergestellten Produkte waren Mischungen aus ausländischen Whiskysorten, zum Teil mit weiteren Zutaten. Dennoch bemühen sich viele kleine Unternehmen und Manufakturen, den Deutschen Whisky als Markenzeichen unter Kennern zu etablieren.

Sogar Single Malt Whiskys gibt es mittlerweile aus deutscher Produktion. So wird beispielsweise im Harz der so genannte „Harzer Hochland Single Malt Whisky“ seit 2005 hergestellt. Die erste Abfüllung begann vor etwa drei Jahren, seit dem ist er auch im Handel unter dem Namen „Glan Iarran“ erhältlich.

Auch von der Mönchguter Hofbrennerei auf der Insel Rügen wird mittlerweile ein Single Malt hergestellt. Die Produktion läuft seit dem Jahr 2006, wobei die erste Abfüllung erst in diesem Jahr stattfinden soll.

Weitere Single Malt Whiskys werden in Deutschland derzeit im Spreewald, im Bayerischen Wald sowie in Franken und im Schwarzwald hergestellt. Allerdings sind die ersten Abfüllungen hier teilweise noch gar nicht vollzogen, da der Whiskey vielerorts erst noch reifen muss.

In Bayern wird zudem ein reiner Malt Whisky seit dem Jahr 2002 hergestellt, der unter dem Namen „Slyrs“ im guten Fachhandel vertrieben wird. Zudem gibt es seit einiger Zeit den so genannten „Stonewood 1818“, der seinen Namen vom Naturpark Steinwald bekam und in Erbendorf in der Oberpfalz gebrannt wird.

Zahlreiche weitere kleine Destillerien haben über ganz Deutschland verteilt in den letzten Jahren damit begonnen, eigene Whiskeysorten herzustellen. Daher ist in den nächsten Jahren mit einer deutlichen Vergrößerung des Angebotes an deutschen Whiskys auf dem Markt zu rechnen.

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Österreichischer Whiskey

Das Angebot an einheimischen Whiskys in Österreich ist bislang sehr klein. Die älteste Destillerie liegt in der Südsteiermark im kleinen Ort St. Nikolai. Hier wird seit rund 15 Jahren Whisky produziert, unter anderem Single Malt und Bourbon.

In der Steiermark wird außerdem seit 2005 von der Brauerei „Lava Bräu“ ein Single Malt hergestellt.

Das größte Angebot österreichischer Whiskysorten kommt allerdings aus dem Waldviertel von der Brennerei Roggenhof. Hier wird seit 1995 Whisky hergestellt. Das Angebot wurde mittlerweile auf fünf verschiedenen Sorten ausgebaut, unter anderem ein reiner Roggenwhisky, ein Roggen-Malz Whisky sowie ein Gersten-Malz Whisky.

Einige weitere kleine Brennereien stellen ebenfalls in Österreich Whisky her, dieser ist allerdings nicht auf dem offenen Markt zu finden. Er wird entweder direkt vor Ort ausgeschenkt oder in ausgewählten Restaurants angeboten.

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Schweizer Whiskey

In der Schweiz ist es rein rechtlich erst seit 1999 möglich, hochprozentige Getränke aus Getreide herzustellen. Zuvor war durch ein entsprechendes Gesetz verboten, dies zu tun.

Bereits am selben Tag, als das Verbot aufgehoben wurde, fing man in Lauwil an, den ersten Whisky zu destillieren. Aus diesen Anfängen entwickelte sich schließlich das Unternehmen „Die Holle“ – ein Bauernhof, auf dem heute der weltweit einzige Bio-Whisky hergestellt wird. Grundstoff für dieses Getränk bildet nach biologischen Richtlinien angebaute Gerste.

Auch Single Malt Whiskys werden inzwischen in der Schweiz hergestellt, viele davon in einer außergewöhnlich guten Qualität. So stellt beispielsweise die Brennerei Zürcher seit dem Jahr 2000 einen Single Malt her, welcher unter dem Namen „Single Lakeland Malt Whisky“ im Handel vertriebenen wird. Laut der Meinung von Experten ist dieser Whisky von einer besonders guten Qualität.

Weiterhin wird in Baar ebenfalls ein Single Malt Whisky hergestellt, der seit etwa sieben Jahren im Handel unter der originellen Bezeichnung „Swissky“ angeboten wird. Auch ihm bescheinigen Kenner einen besonders feinen Geschmack, was sich u. a. daraus ergibt, dass dieser Whisky in alten Weinfässern gelagert wird.

Besonders hervorzuheben ist schließlich noch die Pot-Still Brennerei aus Muhen. Es handelt sich hierbei nicht um eine Destillerie im eigentlichen Sinn, sondern um eine fahrbare Brennerei, bei der regelmäßig im Rahmen von Veranstaltungen etc. der Herstellungsprozess von Whisky hautnah verfolgt werden kann.

Japanischer Whisky

Viele Whiskytrinker wissen es gar nicht: in Japan wird seit über 80 Jahren Whisky hergestellt, und zwar hauptsächlich in Gegenden, wo kein Reis angebaut werden kann. Dass dieser Whisky noch relativ unbekannt ist, liegt auch daran, dass er bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich im Inland angeboten wurde. Grund dafür sind unter anderem die recht geringen Produktionsmengen sowie der Umstand, dass der Whiskey in Japan eine außerordentliche Beliebtheit erreicht hat. Für den Export blieb da wenig übrig.

Die Produktionsweise des japanischen Whiskys orientiert sich hauptsächlich am schottischen Vorbild „Malt Whisky“. Einige japanische Unternehmen erwarben in der Vergangenheit sogar Anteile an schottischen Destillerien, wodurch ein Transfer von Fachwissen zur Herstellung des Whiskys stattfand.

Inzwischen gehören viele kleineren Brennereien in Japan zu großen Konzernen, wie z. B. Mitsubishi und Suntory. Auch das Unternehmen Hombo Spirits besitzt mittlerweile eine ganze Reihe verschiedener Standorte zur Whiskyproduktion.

Da sich die Herstellung japanischer Whiskys inzwischen deutlich ausgeweitet hat, werden diese auch zunehmend ins Ausland exportiert und inzwischen von zahlreichen Whiskykennern in der ganzen Welt geschätzt.

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Bild von PublicDomainPictures auf Pixabay

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