Gras selbst anbauen – alles, was du wissen musst

Es gibt viele Genussdrogen weltweit. Manchen reicht schon der tägliche Kaffee, um so richtig abschalten zu können. Andere greifen lieber zu einem guten Whisky oder einem eleganten Gin.

Seit dem 1.4.2024 (kein Aprilscherz!!) gehört in Deutschland auch Cannabis in gewissen Maßen zu den legalen Genussdrogen. Bis heute wirft die Legalisierung von Gras, das vorher oft als „Einstiegsdroge“ verschrien war, einige Fragen auf. Wir möchten dir an dieser Stelle die wichtigsten Antworten rund um den Anbau von Gras und die rechtlichen Hintergründe liefern.

Warum Gras selbst anbauen?

Für viele Konsumenten – egal ob Sie einfach das Gefühl mögen oder ob Sie damit eine bestimmte Erkrankung oder einfach nur chronische Schmerzen behandeln möchten – hat der Graskonsum erst einmal etwas mit Lebensqualität zu tun. Auf die Frage, warum Gras anbauen, kann man seit April 2024 einfach antworten: Weil man es kann – und in Deutschland inzwischen auch darf. Zumindest für den eigenen Bedarf.

Dabei ist es allerdings wichtig, einige Punkte zu beachten. Zum einen im Hinblick auf die Qualität des selbst angebauten Cannabis. Zum anderen aber auch im Bereich der noch bestehenden rechtlichen Einschränkungen. Damit aus dem legalen Genuss am Ende nicht doch noch ein illegaler Anbau wird.

Nice to know – so lässt sich der Genuss noch gesünder gestalten

Es gibt viele Informationen zu den Vor- und Nachteilen des Cannabiskonsums. Ein Punkt, der von Kritikern immer wieder gern angesprochen wird, sind die zusätzlichen Schadstoffe, die beim Rauchen von Gras in die Lunge gelangen.

Es gibt eine wirksame Möglichkeit, diese Schadstoffe weitgehend zu minimieren und so auch Ihr persönliches Geschmackserlebnis noch viel spannender und intensiver zu gestalten. Wenn Sie für Ihren Joint einen Aktivkohlefilter verwenden, filtern Sie unerwünschte Schadstoffe heraus und können so einige der wichtigsten Nachteile beim Cannabis-Rauchen eliminieren.

Welche Grassorten eignen sich zum Eigenanbau?

Der Anbau ist für den Eigenbedarf erlaubt – so viel möchten wir an dieser Stelle schon einmal vorwegnehmen. Für den Eigenanbau eignen sich sogenannte Autoflowering-Sorten am besten. Diese werden nur rund 40 bis 100 Zentimeter hoch und haben einen kurzen Wachstumszyklus. Außerdem benötigen sie nicht übermäßig viel Licht. Ihre Stromrechnung wird es Ihnen danken.

Diese Sorten blühen nach rund zehn Wochen. Der Ertrag dieser Pflanzen ist geringer als der herkömmlicher Cannabispflanzen – für den Eigenbedarf ist er allerdings vollkommen ausreichend.

Gras drinnen oder draußen anbauen – was ist besser?

Sie können Cannabis sowohl drinnen als auch draußen anbauen. Das Problem sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Denn der Anbau muss so erfolgen, dass die Pflanzen auf jeden Fall in einem abgezäunten, umschlossenen und nicht einsehbaren Bereich sind. Außerdem müssen die Pflanzen vor dem Zugriff von Minderjährigen und anderen Dritten geschützt sein.

Wenn Sie all diese Punkte auch in Ihrem Garten gewährleisten können, steht dem Anbau im Freien nichts im Weg. Angezogen werden die Pflanzen auf jeden Fall im Innenraum – hier ist es wärmer und Sie können die Luftfeuchtigkeit besser regulieren. Sobald die Pflänzchen fünf Blattpaare gebildet haben, können sie im Freien gepflanzt werden.

Wichtig ist dabei, die Pflanzen langsam abzuhärten. Sie müssen sie also erst über drei bis vier Tage an das Licht und die Luft im Außenbereich gewöhnen, bevor Sie sie ins Beet pflanzen können.

Rechtliche Lage: Ist Gras anbauen erlaubt?

Ja, der Anbau von Gras ist für den Eigenbedarf in Deutschland legal. Aber Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es nicht auch dafür eine klare Definition gäbe. Es ist erlaubt, in einem Haushalt pro volljähriger Person maximal drei Cannabispflanzen gleichzeitig anzubauen.

Der richtige Standort für gesundes Wachstum

Die Pflanzen gedeihen am besten, wenn sie viel Sonne abbekommen. Täglich zwischen 10 und 12 Stunden direkter Sonneneinstrahlung gelten als optimal. Die Fensterbank oder ein nach Süden ausgerichteter Balkon sind daher die besten Standorte für ein gutes Wachstum.

Ein nach Westen hin ausgerichtetes Fenster birgt ein gewisses Risiko. Hier bieten Sie Ihren Pflanzen zwar in der Regel noch immer ausreichend Sonnenstunden. Aber die Cannabispflanzen bekommen überwiegend die besonders starke Nachmittagssonne ab. Das wiederum kann die Pflanzen schnell austrocknen lassen. Bei dieser Ausrichtung ist es wichtig, immer für eine ausreichende Bewässerung der Pflanzen zu sorgen.

Häufige Fehler beim Gras anbauen

Graspflanzen benötigen viele Nährstoffe und sind daher auf guten Dünger angewiesen. Der falsche oder zu wenig Dünger führt zu einem geringen Wachstum und kann die Pflanzen sogar eingehen lassen.

Es gibt darüber hinaus eine ganze Menge Schädlinge, die Ihren Pflanzen ganz schön zusetzen können. Spinnmilben, Weichhautmilben, Mehltau oder Thrips sind nur einige dieser Schädlinge und Pilze. Wenn Sie diese erst in einem späten Stadium des Befalls entdecken, sind Ihre Pflanzen oft nicht mehr zu retten.

Falls Sie sich für eine klassische Cannabispflanze entscheiden, werden Sie kaum um den Einsatz einer Lampe für die Versorgung mit UV-Licht herumkommen. Je nach Lampe und Stärke der Lichtstrahlung kann schon der falsche Abstand zwischen Lampe und Pflanze dazu führen, dass Ihre Pflanzen nicht wie gewünscht gedeihen.

Sie haben sich entschieden, Ihre Pflanzen im Freien reifen zu lassen? Zu frühes und dann zu schnelles Aussetzen der Pflanzen sind weitere häufige Fehler, die Sie schnell um die Früchte Ihrer Arbeit bringen können.

Erntezeitpunkt: Wann ist Gras reif?

Das ist von Sorte zu Sorte unterschiedlich. Das genaue Datum bzw. der Zeitraum variiert zwischen Mitte August und Mitte bis Ende September. Abhängig ist das zum einen von Ihrer Pflanzenauswahl. Zum anderen aber auch von den Witterungsverhältnissen.

Unabhängig von einem konkreten Datum im Kalender kann man mit der sogenannten 70-30-Regel recht gut feststellen, ob die eigenen Graspflanzen reif sind. Wenn rund 70 % der Trichome milchig und gut 30 % bernsteinfarben sind, ist der optimale Erntezeitpunkt erreicht. Zu diesem Zeitpunkt bieten die Pflanzen eine gute Balance zwischen körperlich entspannender und psychoaktiver Wirkung.

Lagerung nach der Ernte

Nach der Ernte muss das Gras sorgfältig getrocknet werden. Langsames Trocknen ist dabei wichtig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Ferner sollte das Gras in möglichst luftdichten Behältern aushärten. Das verbessert die Raucheigenschaften, weil dabei die Feuchtigkeit und der Zucker in den Blüten abgebaut werden.

Gelagert wird die Ernte nach erfolgter Trocknung und Aushärtung bei konstanten Raumtemperaturen zwischen 15 und 20 Grad Celsius und unter vollständigem Ausschluss von Sonnenlicht. Die Luftfeuchtigkeit im Raum oder in dem Lagerungsbehältnis sollte zwischen 55 und 62 Prozent liegen. Am besten erfolgt die Lagerung in einem dunklen, luftdicht verschließbaren Behälter, den Sie regelmäßig überprüfen sollten.

Fazit

Gras ist schon lange keine Droge für Jugendliche am Rande der Gesellschaft mehr. Seit Jahren ist Cannabis in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Nicht zuletzt die Legalisierung des Anbaus und Konsums im Jahr 2024 hat dazu geführt, dass heute deutlich entspannter mit diesem Thema umgegangen wird.

Doch trotz dieser Entspannung ist der Anbau von Cannabispflanzen noch immer eine – zumindest kleine – Kunst für sich. Mit der richtigen Pflanze, einem gut gewählten Standort, hochwertigem Dünger und ausreichend Geduld, wirst auch du diese Kunst problemlos meistern können.

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